St. Michael und Paulus

INNO-Blog

19.5.2022 - Superman Priester?

Symptomatisch für eine Absage an den Irrglauben der Rettung von Kirche und Welt durch einige wenige überdurchschnittliche Stars ist die Mahnung, die Papst Franziskus am 7.6.2021 in einer Ansprache an Priester richtete: „Superman-Priester nehmen kein gutes Ende, nie. Ein Priester, der seine Schwächen kennt und über sie mit Gott redet, ist hingegen in Ordnung. ... Wenn ihr an ein vom Gottesvolk isoliertes Priestertum denkt - das ist kein christliches und auch kein katholisches Priestertum. Geht aus euch selbst heraus, lasst ... eure Sehnsucht nach Größe und Selbstbestätigung hinter euch, um Gott und die Menschen ins Zentrum eurer täglichen Gedanken zu stellen.""

Ein Jahr später lässt der Papst diesen Worte Taten folgen. In seiner Kurienreform ist erstmals die gemeinsame Taufe relevant für Führungspositionen, nicht das Weiheamt. Und die notwendigen fachlichen, menschlichen und geistlichen Kompetenzen. Teamfähigkeit, sich als Teil eines Ganzen zu wissen und entsprechend zu handeln, ist da wohl eine zentrale Eigenschaft.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Wir brauchen meines Erachtens in der heutigen Kirche keinen Leiter vor Ort, der alles dominiert und bestimmt. Vielleicht mag das für manche sogar bequem sein, einen Guru zu haben und seinen Lippen zu folgen. Was bleibt, wenn diese Person einmal nicht mehr da ist? Bricht dann mein Glaube zusammen?
Was wir heute brauche
n, sind mündige Christen. Menschen, denen ihr Glaube wichtig ist, die versuchen, im Glauben zu wachsen, die auch widersprechen können, wenn dies gefragt ist, weil sie selber Erfahrungen im Glauben gemacht haben. Das ist ein wesentliches Ziel der INNO Kirche: Menschen (wieder) für ihren Glauben zu begeistern, sie unabhängiger zu machen von anderen Menschen bzw. sie dazu zu ermutigen, allein auf Gott zu vertrauen. Welch großartiges Ziel!

Gisbert Punsmann, PR

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12.5.2022 - Kunst ist Lebensmittel

Viele Menschen schöpfen ihr Verständnis von Einheit in Vielfalt vor allem aus der Kunst. Ob bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater oder Tanz oder sonst eine der unerschöpflichen Ausdrucksformen menschlichen Denkens und Fühlens, Empfindens und Suchens – im sinnlich Wahrnehmbaren öffnen sich die nicht messbaren Dimensionen von Menschsein, ja von Leben mitten in einer unfassbaren Fülle von Leben.

Während des ersten Jahres der Coronapandemie habe ich jeden Morgen im formatmäßigen riesigen Bildband „Peoples and Places of the Past“, dem „National Geographic Illustrated Atlas of the Ancient World“ gelesen und meditiert. Allein der weltweite Blick in Kulturen aus allen Zeiten und Orten löste bei mir Gefühle des Staunens und der Dankbarkeit aus.

Ganz ähnlich geht es vielen Menschen, die sich mit zeitgenössischer Kunst beschäftigen und sich von ihr berühren lassen.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


So wie „Kunst ein Lebensmittel“ sein kann, so kann dies für andere Menschen etwas ganz anderes sein. Ein Lebensmittel bei mir persönlich ist „Bewegung“. Ich bewege mich gern, auch gern zügig. Mir macht das Spaß, insbesondere wenn ich gleichzeitig etwas Spannendes sehen kann, wenn ich der Natur, wenn ich dadurch Gott ganz nah sein kann. Da kann ich Schöpfung erleben. Da spüre ich, was Gott geschaffen hat und bin ein Teil davon. Was ist mein Lebensmittel und wie fördere ich dieses Mittel?

Gisbert Punsmann, PR

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5.5.2022 - Alles ist verbunden

Welche Formen der Vergemeinschaftung fördern eine Kultur des Lebens und welche nicht? Und welche Rolle spiele ich in diesem wundervollen Gefüge, das uns im Mikro- und im Makrokosmos begegnet, in der sichtbaren und der unsichtbaren Welt, in allen Beziehungen und Lebensbereichen?

Diese Zusammenhänge beschreibt auf fantastische Weise der deutsche Autor und Dramaturg Fabian Scheidler in seinem jüngsten Buch „Der Stoff aus dem wir sind“. Ausgehend von einer Analyse der Entwicklung im naturwissenschaftlichen Bereich wie in der Physik oder der Biologie zeigt er auf, dass ein rein mechanistisch-technokratisches Weltbild, wie es nach wie vor medial und pädagogisch vermittelt wird, längst falsifiziert worden ist. Er zitiert den Quantenphysiker Richard Feynmann, der betont: „Die Wissenschaft kann dem Mysterium einer Blume nie etwas wegnehmen, sondern nur etwas hinzufügen!“

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
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Dieser Satz -Alles ist verbunden- ist mir schon häufiger begegnet. Wir wissen oder erfahren an uns selber, wie beispielsweise Körper und Seele miteinander verbunden sind. Wenn der eine leidet, leidet auch der andere und wenn es dem einen gut geht, geht es auch dem anderen gut. Wir haben schon von psychosomatischen Krankheiten gehört und diese an uns selber erfahren, wenn sich hinter körperlichen Symptomen psychische Ursachen verstecken. Teresa von Avila, die spanische Karmelitin des 16. Jahrhunderts, hat es so formuliert: „Tue deinem Leib etwas Gutes, dass deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Alles an uns, auch unser Körper, ist letztlich Geschenk Gottes. Diesen zu pflegen, ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern anscheinend auch so etwas wie ein Gebot Gottes. Wir selber sind es, die von diesem Gebot profitieren.

Gisbert Punsmann, PR

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28.4.2022 - Bitte keinen Erlöser!

Lange hatte auch ich die in kirchlichen Kreisen beliebte und übertriebene Personifizierung mitgetragen: Ob etwas gelingt oder nicht, ob Menschen begeistert sind oder nicht, ob sie der Kirche und ihrer Botschaft vertrauen, liege in erster Linie an Einzelpersonen. „Wenn wir nur eine*n Jugendleiter*in, Pfarrer, Bischof oder Papst hätten, der …“ – wie oft habe ich diesen Satz gehört. Und wie lange brauchte ich, um zu verstehen, dass dieser gut gemeinte Wunsch weder praxistauglich noch zukunftsfähig ist.

Systeme gesunden dann, wenn sowohl die einzelnen Teile als auch deren Verbundenheit funktioniert. Ein Organismus braucht gesunde Einzelglieder und das funktionierende In- und Miteinander aller beteiligten Teile. „Growing a healthy parish“ – mit dieser Vision bringt Father Michael White von der Church of the Nativity dieses systemische Prinzip auf den Punkt.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
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Etliche Menschen machen ihren Glauben von ihrem Pfarrer abhängig. Im Moment funktioniert das auch ganz gut mit dem aktuellen Erzbischof von Köln. Man erwartet von anderen vieles, häufig viel zu viel. Ein Pfarrer soll ein überragender Prediger sein, ein Menschenversteher und -freund, ein verständnisvoller Beichtvater, er soll barmherzig, freundlich, fröhlich, gebildet und fromm sein. Er soll ein zugewandter Dienstvorgesetzter sein, die Kirche mit der passenden Musik und Kunst darin am besten so gestalten, wie es mir gerade gefällt. Er soll zügig und mit einem hohen Maß an Sachkunde wichtige Bauvorhaben durchführen ohne den Zeit- und Kostenrahmen zu sprengen. Gern soll er nicht nur Theologe, sondern auch Psychologe und Soziologe sein. Auf wen trifft das alles zu? Richtig, auf niemanden! Auch nicht auf diejenigen, die diese Eigenschaften gerne einfordern. Mein Glaube hängt in erster Linie von mir selber ab und von niemand anderem. Ist mir mein Glaube wichtig? Was bin ich bereit, für meinen Glauben zu tun? Lasse ich zu, dass mein Glaube mein Leben komplett durchsäuert, d.h. beeinflusst? Will ich Freundschaft mit Jesus Christus? Wenn ich diese Fragen mit JA beantworten kann und es ernst meine mit meinem Glauben, dann werde ich Erfahrungen mit Gott auf diesem Weg machen. Dann wird er selber in erster Linie mein Lehrmeister sein. Etwas Besseres und Schöneres gibt es nicht.

Gisbert Punsmann, PR

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21.04.2022 - Jesu' Team

Wenn man besondere Unternehmen oder innovative Organisationen analysiert, so sind immer Teams für diesen Erfolg verantwortlich. Glauben Sie das? Oder gehören Sie zur Mehrheit derjenigen, die als Hauptfaktor für Erfolg und Innovation einzigartige Einzelplayer, großartige Führungskräfte und sogenannte „High Performer“ ausmachen? Wie auch immer: Je nachdem, ob die Team- oder die Einzelplayervariante als handlungsleitendes inneres Bild vorherrscht, werden die Konsequenzen auf das jeweilige System völlig unterschiedlich sein.

Ob das ein Grund ist, warum der Jesus Christus als erste Handlung nach seiner Auferstehung sofort wieder sein Team zusammenholt, es stärkt, aufbaut und berührt? Warum Er den Jüngern trotz ihres Versagens eine neue Chance gibt? Warum Er bis heute jeden und jede von uns in Seinem Team dabei haben will?

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Es hat mich vor einiger Zeit amüsiert. Überall tauchten auf einmal Teams auf: Pastoralteams, Klinikteams, Praxisteams etc. Ich fand das irgendwie lustig. Es wird ein Name, der irgendwie hip erscheint, in eine bestimmte Situation gebracht, ob passend oder nicht. Was heißt denn eigentlich Team im Deutschen? Mannschaft! Ich spiele selber noch ab und an Fußball in einer Mannschaft, die noch Wettbewerbe spielt, auch durchaus erfolgreich. Wenn man aber auf die Mannschaft schaut, dann entdeckt man viele Spieler, die die Nummern 6,8 oder 10 normalerweise tragen würden. Man hat kaum jemanden, der für die 1, 4, 7, 9 oder 11 in Frage kommen würde. Und doch spielt diese Mannschaft erfolgreichen Fußball. Wie geht das? Ich glaube, es hat auch damit zu tun, dass viele diese Einschränkungen sehen und bereit sind, deshalb härter zu arbeiten als andere Teams. Man vergleicht nicht ständig, was man selber für das Team leistet und was andere beitragen, sondern man akzeptiert die Situation und versucht das Beste daraus zu machen, indem man wie ein „Team“ spielt und niemanden Vorwürfe macht für etwas, wofür er nichts kann. Teamgeist schlägt Klasse. Das kann man jeden Tag aufs Neue erleben.

Gisbert Punsmann, PR

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