INNO-Kirche Velbert


Erneuerungsprozess der Pfarrgemeinde

Christen sollen „Licht der Welt“ sein, sagt Jesus in seiner berühmten Bergpredigt (Matthäus 5,14). Sie sollen beitragen, dass jeder Mensch in Würde leben kann, dass die ganze Gesellschaft von Werten wie Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung geprägt ist und dass Probleme gemeinsam gelöst werden. Doch funktioniert das heute noch? Befinden sich nicht alle Kirchen in der westlichen Welt im Sinkflug, zerrieben zwischen interner Reformverweigerung und externen gesellschaftlichen Veränderungen?

Das Pastoralteam und der Pfarrgemeinderat unserer katholischen Kirchengemeinde haben über die aktuelle Situation von katholischer Kirche in Velbert nachgedacht. Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern aktiv werden wollen. Wir brauchen eine professionelle Vitalisierung unserer Gemeinde, um jeden und jede einzelnen, aber auch unsere ganze Gemeinde leuchtend und anziehend zu machen. Dabei können wir auf positive Beispiele in unserer Pfarrei aufbauen, wir brauchen aber zusätzlich konstruktive Impulse von außen. Wir wollen von Kirchengemeinden lernen, die einen echten Turn-Around geschafft haben und die wieder wachsen!

Für diesen dreijährigen Prozess von 2021-2023 hat unsere Kirchengemeinde mit „Pastoralinnovation“ ein Institut aus Graz gewinnen können, das über langjährige Erfahrungen in der Begleitung von Gemeinden verfügt, die innovativ sein wollen und bereit sind, dafür engagiert zu arbeiten. Insofern wird es in diesen drei Jahren eine ganze Fülle von unterschiedlichen Veranstaltungen geben (Besuche durch Pastoralinnovation von Veranstaltungen vor Ort, Workshops, Arbeitsgruppentreffen, Treffen des Projekt-Leitungsteams etc.). Wir freuen uns auf Ihre Mitarbeit und Ihre Impulse.

Kontakt

Wir freuen uns über jede Art von Feedback und ermutigen Sie ausdrücklich dazu. Nutzen Sie dazu bzw. für Anmeldungen zu Veranstaltungen bitte die E-Mail-Adresse „Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.“ oder die Tel.Nr. 0175-53 38 84 4.
Ansprechpartner für das Projekt ist PR Punsmann.

INNO-Blog


26.1.2023 - Was stirbt, wenn Kirche stirbt?

Jahrzehntelang lag der Anteil der Austritte bei den großen Kirchen in Deutschland und Österreich bei etwa einem halben Prozent aller Mitglieder. Seit dem Bekanntwerden erschreckend vieler Missbrauchsfälle verdoppelte sich der Anteil auf ein Prozent. Jetzt müssen die Kirchen eine weitere Verdoppelung verkraften. Über die Ursachen wird viel gemutmaßt und geforscht. Wie meist scheint es eine komplexe Gemengelage zu sein. Die krisenbedingte Verschärfung von Trends zum Beispiel oder die hohe Inflation.

Manche Analyst:innen sprechen von einem allgemeinen Vertrauensverlust, der nicht nur Kirchen, sondern auch Medien, Institutionen und die Politik trifft. Dieser paart sich mit einem übersteigerten Glauben an die eigene Meinung, das eigene Lager, ja die eigene Blase. Kaputt machen, reden oder schreiben: Das geht schnell, ob durch interne Missstände oder äußere Umstände veranlasst. Wer denkt dabei an die, die nichts dafür können und großartige Arbeit leisten?

Wie aber kann Vertrauen zurückgewonnen werden? Das ist wohl die entscheidende Frage. Zum einen setzt das die beharrliche glaubwürdige Aufarbeitung von Schuld, die konsequente Verbesserung struktureller Fehlentwicklungen und das glaubwürdige Vorleben der eigenen Botschaft voraus. Zum anderen sollte klarer benannt werden, was einer Gesellschaft schmerzhaft fehlen wird, wenn Netzwerke der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Engagements lückenhafter werden oder gar zerreißen, egal, ob es die Kirchen, Einsatzorganisationen oder gemeinnützige Vereine sind.

All dies bedarf einer ehrlichen, unaufgeregten und koordinierten Kommunikation auf allen Ebenen – vom persönlichen Gespräch bis zur intelligenten Nutzung alter und neuer Medien.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Im Bekannten- und Freundeskreis hört man häufiger in diesen Tagen, dass Menschen mit sich ringen, ob sie wie viele andere vor ihnen die Kirche verlassen sollen. Ich stelle mir manchmal vor, wie es wäre, wenn Kirche in all ihren Ausdrucksformen nicht mehr vor Ort präsent wäre. Ich glaube, dass das Leben der Menschen in Städten und Dörfern dann erheblich verarmen würden. Die wichtigen Beiträge von Kirchengemeinden in den Bereichen Glaubensweitergabe, solidarisches Handeln vor Ort und weltweit, Schutz und Achtung der Menschenwürde, den einzelnen Menschen im Blick zu haben und zu halten sind nur einige Beispiele für das, was Kirche mit ihren unzähligen Ehrenamtlichen leistet. Wer kann oder möchte auf ihren wichtigen Beitrag verzichten? Wollen wir nur noch mit Leuten zu tun haben, die für ihre Tätigkeit bezahlt werden oder möchte ich auf das Lebenszeugnis und Herzensanliegen eines Menschen, der sich um andere bemüht, nicht verzichten? Wir erleben gerade, wie sich eine Gesellschaft entwickelt, in der Kirche nur noch begrenzten Einfluss hat. Wie wäre dann eine Gesellschaft ganz ohne Kirche aufgestellt?

Gisbert Punsmann, PR

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19.1.2023 - Ganz einfach: Das wichtigste Gebot

Ganz einfach: Das wichtigste Gebot

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot ist ein Lehrbeispiel für konstruktive Vereinfachungen. Im jüdischen Talmud wird bekanntlich die Zahl der in der Tora enthaltenen Regeln mit 613 beziffert, diese „Mitzwot“ teilen sich auf in 365 Verbote (eines für jeden Tag) und 248 Gebote (der Zahl der damals bekannten Knochen im menschlichen Körper – die Zahl 613 zielt somit auf die Fülle ab). Die exakte Anzahl zur Zeit Jesu ist zwar schwer feststellbar. Entscheidend ist, dass er mit der Zusammenführung zweier ursprünglich getrennter Gebote zum Doppelgebot der Liebe eine unmissverständliche und auf alle Situationen anwendbare Regel schafft. Niemand kann sich ab diesem Zeitpunkt darauf ausreden, sich ob der Fülle und Komplexität der Gesetzesmaterie nicht auszukennen oder diese nicht richtig zu verstehen. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten ist ab sofort die absolute Messlatte. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten, wie Jesus betont. Hiermit gibt es ein einfaches Kriterium für alles, was Menschen und Kirchen tun.

Man könnte nun einwenden: Ja, aber es sei trotzdem höchst kompliziert und oft auch unrealistisch zu sagen, was Liebe konkret bedeutet, wie sie sich in tagesaktuellen Entscheidungsprozessen auswirkt oder bei knallharten Fachfragen umgesetzt werden soll.

Ich vermute, dass es dem in der Bibel genannten unbekannten Fragesteller ähnlich erging. Der wollte sich rechtfertigen und fragte nach: „Und wer ist mein Nächster?“ (Lukas 10,39) Man könnte sagen: Der Rest ist Geschichte. Denn die nun folgende Erzählung vom barmherzigen Samariter hat wohl eine in der gesamten Weltliteratur einzigartige Wirkungsgeschichte entfaltet, weit über die Menschen hinaus, für die die Bibel eine Quelle göttlicher Offenbarung darstellt.

Auch dieses Narrativ beweist, wie gerade in komplexen Situationen durch Vereinfachung ein heilvoller Weg gefunden werden kann. Beachten Sie dabei, dass Jesus die Frage umdreht und den Gesetzeslehrer fragt: „Wer hat sich zum Nächsten des Überfallenen gemacht?“

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Die Frage aus dem Lukas-Evangelium 10,39 „Wer ist mein Nächster?“ hat durch die Zeiten viele Christen bewegt. Man war vielleicht manches Mal geneigt zu sagen: Dieser oder jene doch wohl bitte nicht. Für einige waren die Menschen, die neben einem in der Kirchenbank saßen, diese Nächsten und sind es auch. Der Ansatz von INNO Kirche ist jedoch ein weitergehender. Wir freuen uns über jeden, der in und mit der Kirche seinen Weg von Nachfolge geht. Wir gehen noch ein Stück weiter: Gerade auch diejenigen, die außerhalb von Kirche und Gemeinde stehen, sind unsere Nächsten, an die wir uns wenden, um sie zu erreichen. Wenn sie lebendige Zeugen Christi werden, hat unser Anliegen Frucht getragen.

Gisbert Punsmann, PR

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12.1.2023 - Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Das Zitat in der Überschrift stammt zwar nicht, wie viele glauben, vom Präsidenten der UDSSR, Michail Gorbatschow, sondern vom sowjetischen Diplomaten Gennadi Iwanowitsch Gerassimow, beim Besuch zum 40. Jahrestag der DDR Anfang Oktober 1989 in Berlin.

Egal, mir fallen zu dieser Aussage immer wieder klassische Narrative aus der profanen Innovationsforschung ein. Kennen Sie zum Beispiel Steve Sasson? Er war der Ingenieur, der bereits 1975 die erste Digitalkamera entwickelte. Für die jüngeren Leser:innen: Ja, es gab früher auch Fotoapparate, die nach einem anderen technischen Konzept wie heutige Digitalkameras arbeiteten, die meisten mit lichtempfindlichen Filmrollen. Das ungeheure Potential der Erfindung von Sasson wurde jedoch in seiner eigenen Firma nicht erkannt. Es handelte sich dabei um den Weltkonzern Kodak, dessen Manager das Kerngeschäft – Filmrollen für Fotoapparate – nicht gefährden wollten und daher die im eigenen Konzern entdeckte Innovation zurückhielten.

Der Rest ist Geschichte: 2012 musste der global tätige US-Konzern Insolvenz anmelden. Vergleichbare Beispiele gibt es in großer Zahl. Sie säumen die großen Innovationen des letzten Jahrhunderts. Immer wieder waren es große, als unersetzlich geltende Konzerne oder politische Systeme, die zu spät erkannten, dass sich neue Entwicklungen durchzusetzen begannen und dabei ihre Geschäftsmodelle zum Einsturz brachten. Die Haltung „too big to fail“ entpuppte sich oft als Falle, weil sie einer letztlich tödlichen Innovationsresistenz Vorschub leistete.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Manches Mal kann man den Begriff „Tödliche Innovationsresistenz“ recht einfach in einer Gemeinde beobachten. Wenn man etliche Menschen dort befragen würde, was für sie am wichtigsten ist, würde man vielfach die Antwort bekommen: „Alles soll so bleiben, wie es ist.“ Auf der menschlichen Ebene läßt sich dies gut nachvollziehen, sind wir doch zutiefst angewiesen auf die Verläßlichkeiten des Lebens. Diese tun gut und geben uns Halt. Aber: Die Dinge sind in der Geschichte nie so geblieben, wie sie waren. Es gab ständig Veränderungen in vielerlei Hinsicht, auch im geistlichen Leben. Diese Veränderungen lassen sich häufig auch gar nicht aufhalten. Man bewegt sich mit ihnen bzw. versucht sie mit zu gestalten oder man wird von diesen Veränderungen schlicht überrollt. Wir wollen als Gemeinde die Gesellschaft um uns herum auch weiterhin prägen und lassen uns von diesem Ziel leiten.

Gisbert Punsmann, PR

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5.1.2023 - Nicht autoritär sein wollen

Ein Grund für Entscheidungsschwäche vor allem im kirchlichen Bereich ist die Scheu vor dem Vorwurf, sich eines autoritären Führungsstils zu bedienen. Im Sinne kollegialer Führung und partizipativer Entscheidungsprozesse ist es Führungskräften wichtig, möglichst viele Beteiligte und Gremien einzubeziehen. Dieses Prinzip der Synodalität entspricht sowohl dem Geist der Erneuerung in reformatorischen Kirchen als auch des II. Vatikanischen Konzils und des aktuellen synodalen Wegs. Aber was tun, wenn der Wunsch nach maximalem Konsens zu problematischen Verzögerungen bis hin zum gefährlichen Stillstand führt? Haben Sie nicht auch schon oft erlebt, dass sich ein Diskussionsprozess redundant, ermüdend und lähmend entwickelt? Übertreibt eine Führungskraft das Beteiligungsprinzip, dann scheut sie sich davor, eine Fragestellung oder einen Diskurs so anzuleiten, dass der Prozess zu einer guten Entscheidung führt. Viele suchen die Balance zwischen zu viel oder zu wenig Beteiligung. Niemand will als autoritär verurteilt werden. So schrecken manche Verantwortungsträger:innen vielleicht auch vor der Verantwortung zurück, weil sie spüren, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden könnten, wenn sie tatsächlich steuern, die Richtung vorgeben und sich bewegen. Stillstand erscheint weniger riskant als Fortschritt.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Die Kirche und ihre Entscheidungsfindung kann als sehr gemächlich und behäbig wahrgenommen werden. „Konsens“ in vielen wichtigen oder weniger wichtigen Anliegen scheint ein elementares Ziel zu sein. Das führt zu vielen unendlich scheinenden Sitzungen auf den unterschiedlichsten Ebenen mit häufig mehr als überschaubarem Ausgang. Warum ist es denn so schwer, überhaupt Bewerber für manche Gremien zu finden? Die Antwort fällt eher leicht.

Bei dieser Gemächlichkeit besteht die Gefahr, dass die christliche Botschaft austrocknet, weil man verschiedenste Gruppen noch mit ins Boot holen will, bis die Botschaft zur Unkenntlichkeit verkümmert. Wen soll eine solche Botschaft noch hinter dem Ofen hervorlocken? Die Botschaft Christi wird ihre Kraft nur entfalten, wenn nicht alles ständig relativiert wird. INNO Kirche ist anders vorgegangen. Es wurde nicht auf den Allerletzten gewartet, bis das Projekt gestartet wurde. Erkannte Mißstände wurden benannt, Alternativen dazu werden immer wieder aufs Neue gesucht und entwickelt. Dann wurde entschieden, einen Innovationsprozess zu beginnen, um Gemeinde wieder attraktiver zu machen. Wer mitmachen möchte, herzlich gern. Aber dann gern hier und jetzt, nicht nachdem etwas Kostbares zum X-ten Mal zerredet wurde.

Gisbert Punsmann, PR

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29.12.2022 - Zu schnell oder zu langsam entscheiden

Warum lässt sich in vielen Organisationen eine übertriebene Zurückhaltung beobachten, das Thema Vereinfachungen positiv zu sehen? Warum impliziert der Begriff an sich oft bereits eine Abwertung? „Du machst dir das zu einfach!“ oder „Das ist aber nicht so einfach!“ oder „Man darf das nicht so vereinfachen, die Sache ist viel komplexer!“

Manchmal steckt das berechtigte Anliegen dahinter, nichts Wesentliches zu übersehen und im Sinne des Pauluswortes „Prüft alles und behaltet das Gute“ (1 Thessalonicher 4) zu handeln. Das ist tatsächlich eine wunderbare, auch heute gültige Richtschnur, um in einer komplexen Welt handlungsfähig zu bleiben und die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Ein weiterer Grund ist, dass man in der deutschsprachigen Welt oft Angst hat, als unwissenschaftlich gescholten zu werden, wenn man vereinfacht. Es gilt, komplexe Sachverhalte differenziert zu untersuchen, zu diskutieren und einzuschätzen. Lieber noch eine Schleife ziehen als vorschnell zu beurteilen! Dies lässt einen nur schwer zu Entscheidungen kommen, weil man immer wieder neue Aspekte ins Treffen führen und berücksichtigen möchte. Dieses berechtigte Anliegen von Forscher:innen kann allerdings mit der Zeitkomponente in Konkurrenz geraten, denn offene Fragen, Probleme und Krisen tendieren durch Verzögerung meist grösser und schwieriger zu werden. Das merken wir bereits, wenn sich ein Zahn mit Schmerzen meldet oder beim Auto ein Rostfleck sichtbar wird. Man kann natürlich solche Phänomene ignorieren, aussitzen oder ewig diskutieren, aber man kann nicht einfach die Pausetaste drücken und erst dann weitermachen, wenn ein perfekter Plan oder die perfekte Lösung in Sicht ist. Das Leben geht unaufhaltsam weiter. Entscheidungen sind gefragt.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat sich in der Kirche, der Hierarchie und der Lehre eher wenig geändert. Man will die „Dinge gern beim Alten belassen.“ Wo sich allerdings vieles seitdem geändert hat, ist bei den Menschen, ihren Bedürfnissen und ihren Anforderungen an Kirche. Man kann relativ leicht auch an den Kirchenaustrittszahlen ersehen, dass die Diskrepanz zwischen Kirche und „Kirchenmenschen“ immer größer wird. Vieles wird in Rom oder Köln entschieden. Es gibt aber auch Bereiche, in denen vor Ort entschieden werden kann. Deshalb haben wir in Velbert die Entscheidung getroffen, die immer größer werdende Lücke zwischen Amtskirche und den Menschen durch eine Modernisierung der Pastoral zu verringern. INNO Kirche und ihre Anliegen sind ein Versuch dazu.

Gisbert Punsmann, PR

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22.12.2022 - Fortschritte machen durch Vereinfachung

Unser Gehirn lernt von klein auf, mit der Fülle äußerer Reize umzugehen. Wenn alles gleich wichtig und gleich bedeutsam wäre, wäre menschliches Leben und Leben generell nicht möglich. Klare Kriterien ermöglichen, die mannigfaltigen Eindrücke zu beurteilen, zu selektieren und in ihrer Relevanz zu beurteilen. Neurobiolog:innen beschreiben diese Prozesse als Kategorisierung und Abstrahierung. Das Gehirn kategorisiert ununterbrochen, und zwar jegliche Informationen zu jedem Zeitpunkt, und versucht so, die komplexe Welt andauernd zu vereinfachen und zu organisieren. Ohne Kategorisierung könnten wir nicht effizient mit unserer Umgebung interagieren. Wie wären zum Stillstand verdammt. Ähnliche Prozesse laufen nicht nur auf neuronaler Ebene ab, sondern in jeder organischen Zelle, wie Fabian Scheidler in seinem Buch „Der Stoff, aus dem wir sind.

Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen“ wunderbar dargestellt hat.

Dieses Bild, dass Bewegung und damit Fortschritt nur durch Vereinfachungen möglich sind, lässt sich in analoger Weise auf weitere Entwicklungsbereiche übertragen, von der kognitiven über die emotionale, soziale und organisationale Dimension bis zur moralischen und spirituellen Seite menschlicher Existenz. Gerade weil soziale Systeme hochkomplex sind, können sie sich nur durch die Fähigkeit zur Fokussierung und Kategorisierung weiterentwickeln und im wahrsten Sinn des Wortes „Fortschritte“ machen.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


In der Tat sind soziale System hochkomplex. Das gilt insbesondere auch für Kirchengemeinden mit ihren unterschiedlichen spirituellen Prägungen, ihrer speziellen Geschichte, den verschiedenen Seelsorgern und dem sozio-kulturellen Umfeld. Auf der anderen Seite gibt es durchaus häufig Übereinstimmungen darüber, welches Bestandteile von gelingenden Gottesdiensten sein könnten und mich dadurch ansprechen, welches ein adäquater Führungsstil sein könnte, was ich von meiner Kirchengemeinde erwarte usw. INNO Kirche will in unserer Gemeinde Fortschritte dadurch erreichen, dass wir uns auf Gebiete wie z.B. den Bereich „Kommunikation“ konzentrieren. Dazu gehört ein entsprechendes Kommunikationskonzept, zeitgemäße Kommunikationsmittel oder auch Kenntnisse darüber, wen ich durch welche Kommunikationsmittel gut erreichen kann. Im Rahmen dieser Fokussierung und Vereinfachung werden wir uns anschließend um die Gestaltung von Gottesdiensten bemühen und versuchen, Stück für Stück die Bedürfnisse der Christen besser zu treffen.

Gisbert Punsmann, PR

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15.12.2022 - Auswählen aus der Fülle

Wer mit dem Fahrrad in einer Großstadt oder mit dem PKW auf einer verkehrsreichen Autobahn unterwegs ist, kann das nur dann sicher tun, wenn die vielen Sinneswahrnehmungen und Reize, die von außen einströmen, sinnvoll gefiltert, eingeordnet und bewertet werden. Nur so können die jeweils relevanten Informationen zu richtigen Entscheidungen führen. Ob diese richtig oder falsch, problemlösend oder verstärkend wirken, lässt sich immer nur im konkreten Augenblick, in der aktuellen Situation sagen. Eine kurze Zeit oder eine kurze Distanz später kann bereits eine völlig andere Reaktion auf das Verkehrsgeschehen gefragt sein.

Vereinfachungen sind notwendig, um aus der Fülle von externen Informationen und den daraus resultierenden Handlungsoptionen rechtzeitig die jetzt richtige zu wählen, ohne den Verkehrsfluss und das Unterwegssein auf das angestrebte Ziel hin andauernd unterbrechen zu müssen. Selbst beim Zufußgehen müssen wir fortlaufend diese Balance zwischen Wahrnehmen und Entscheiden finden, sonst könnten wir kaum einen Schritt vor den anderen setzen. Wir müssten andauernd stehenbleiben und uns neu orientieren. Das mag bei einer schwierigen Bergtour sinnvoll sein. Da muss man ab und zu innezuhalten und intensiv nach dem nächsten Schritt oder Griff suchen.

Im normalen Fluss des Lebens sind Vereinfachungen unerlässlich, um überhaupt vorangehen zu können und sich flüssig und sicher zu bewegen Die Alternative wäre permanenter Stillstand. Während ein Kleinkind mühsam dahintapst, ein rekonvaleszentes Unfallopfer den nächsten Schritt sorgfältig planen muss und ein:e Fahrschüler:in hektisch überlegt, was beim Abbiegen oder Überholen alles bedacht werden muss und welche Handgriffe erledigt werden müssen, entwickeln wir durch fortwährendes Üben rasch eingelernte Verhaltensmuster, mit denen wir einen Großteil der geforderten Entscheidungen nahezu automatisiert ausführen können – eine Meisterleistung unseres Gehirns!

 

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
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Auch in einer Gemeinde gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten für pastorale Angebote. Häufig werden Menschen dazu tendieren, alles so zu machen, wie es schon immer war. Das gibt Sicherheit und Verlässlichkeit, hat schon immer funktioniert. Das kann aber auch zu Stillstand führen, wenn diese Angebote nicht mehr in die Zeit passen, wenn man sich keine Gedanken darüber macht, was hier und jetzt die nötigen Antworten auf die Zeit sein können. Wenn wir um uns herum blicken, erkennen wir unterschiedliche Formen von Staus, von Stillstand: Der Klimawandel wurde nicht rechtzeitig erkannt und gegengesteuert, es gibt einen Stau in der Digitalisierung, bei innovativen Energieformen etc. INNO Kirche will Stillstand und Modernisierungsstau in der Gemeinde durchbrechen, möchte die Zeichen unserer Zeit erkennen. Kirche und Gemeinde müssen „mit der Zeit gehen“, sonst „gehen sie mit der Zeit.“

 

Gisbert Punsmann, PR

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8.12.2022 - Wer steuert?

Wie kann man richtig steuern? Bei Fahrzeugen geht es darum, in die richtige Richtung zu lenken und dabei das richtige Tempo zu wählen. Klar ist allerdings auch: Man darf nicht alles gleich wichtig nehmen, sondern muss vereinfachen. Beim Steuern muss man sich auf die relevanten Faktoren fokussieren, sonst passiert schnell ein Unfall. Vereinfachen ist so gesehen harte Arbeit, weil sie den Umgang mit Komplexität und Pluralität voraussetzt.

Führungskräfte sind metaphorisch gesprochen Personen, die in der jeweiligen Situation das Steuer einer Organisation oder eines Projektes in der Hand halten. Die Größe der von ihnen gesteuerten Systeme ist dabei sekundär. Es kann sich um einen großen multinationalen Konzern handeln oder auch um ein kleines Start-up Unternehmen. Es können Organisationen in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft sein oder auch eine Gruppe, ein Team oder ein Verein. Auch bei einzelnen Aktionen und Projekten stellt sich immer die Frage, wer das Steuer in der Hand hat.

Diese Person soll man als Führungskraft charakterisieren, zunächst einmal unabhängig davon, ob damit immer auch eine formale Funktion, eine Anstellung oder eine Beauftragung verbunden ist. Das Steuer in der Hand zu halten, bedeutet übrigens nicht, dass Führungskräfte alles alleine entscheiden. Im Gegenteil: Je komplexer das zu steuernde System und je komplexer die Rahmenbedingungen, umso stärker wird sich der Steuermann oder die Steuerfrau auf ein ganzes Team von Spezialist:innen stützen, wie man aus der Rallye-Szene, Flugzeugcockpits oder Kommandozentralen von (Raum-) Schiffen weiß.

 

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Auf einem Schiff gibt es in der Regel immer nur einen, der in einem bestimmten Augenblick steuert. Er scheint die komplette Kontrolle zu haben, manches Mal über ein riesiges Schiff. Und doch hat er diese Kontrolle in keiner Weise allein, sondern ist auch nur Teil eines großen Ganzen. Ohne den Kapitän, den Maschinisten, den Koch etc. wäre der Steuermann bedeutungslos. Ähnlich ist es mit der INNO Kirche. Zwar gibt es ein Leitungsteam, die INNO Kirche lebt aber von den Ideen und der Mitarbeit vieler Menschen. Wir alle zusammen sind INNOVATION, sind gemeinsam Kirche vor Ort. Lassen Sie sich einladen zur Mitarbeit in der INNO Kirche. Ihre Charismen, Fähigkeiten und Ideen sind uns wichtig. Herzlich Willkommen!

 

Gisbert Punsmann, PR

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1.12.2022 - Weg mit den Hindernissen!

Im Advent stellt sich die Frage: Sollten kirchliche Aktivitäten nicht in erster Linie unter dem Aspekt behandelt werden, was es heute bedeutet, Gott den Weg zu bereiten? „Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.“, heißt es bei Jesaja 40,4. Was sind die Schlaglöcher, die heute das Kommen Gottes vereiteln? Was die Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen? Welche krummen Traditionen verhindern heute, dass Menschen Gott erfahren? Welche Stolpersteine machen es unnötig schwer, sich für die Nachfolge Jesu zu entscheiden?

An diesem Punkt der Debatte weisen die einen darauf hin, dass es sich entweder um weltkirchliche Regelungen oder unaufgebbare Traditionen handelt und die anderen verweisen auf Kirchen, die trotz geänderter Regeln genauso im Kontext von Säkularisierung und Moderne marginalisiert werden und an Relevanz verlieren.

Aus Innovationssicht lässt sich feststellen: Innovationen fanden und finden nie unter optimalen Bedingungen statt. Sie stießen und stoßen nie sofort auf allgemeine Begeisterung, sondern sind oft mit massiven Widerständen, Verleumdungen und Verfolgungen konfrontiert. Sie wurden und werden selten von oben – top down – verordnet, sondern entstehen dort, wo das Problembewusstsein am stärksten ist. Dann werden mutig neue Wege angelegt, Hindernisse überwunden und Brücken gebaut.

 

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Hindernisse können von jedermann ständig in verschiedenen Kontexten erfahren werden. Nur: Wie gehe ich damit um? Lasse ich mich entmutigen oder gehe ich meinen Weg weiter? Die INNO Kirche hat in unserer Gemeinde keinen einfachen Start gehabt. Viele haben sich gefragt: Wozu brauchen wir das? Was bringt uns das? Kann nicht einfach alles so bleiben, wie es ist? Das Interesse vieler Menschen in der Gemeinde war mehr als verhalten. Mittlerweile scheint sich das Tableau zu drehen. Menschen sehen den Mehrwert, den die INNO Kirche bringt. Das konnten wir gut am Projekt „Kirche zum Ausprobieren“ erleben. Da wurde von vielen wahrscheinlich zum ersten Mal wahrgenommen, dass die INNO Kirche für sie persönlich einen Mehrwert bietet. Da wurde ein Hinderniss in vielen Köpfen aus dem Weg geräumt. Lassen Sie uns gemeinsam den Fokus weg von den Hindernissen nehmen hin zu den fruchtbaren Weiden direkt dahinter.

 

Gisbert Punsmann, PR

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24.11.2022 - Stabil und flexibel zugleich

Heute wird oft von Resilienz gesprochen, also der Fähigkeit, mit Schwierigkeiten und Krisen gut umgehen zu können. Manche Forscher:innen sehen Resilienz eher als Persönlichkeitsmerkmal, andere betonen, dass Resilienz das Ergebnis eines Prozesses zwischen Einzelpersonen und ihrem sozialen Umfeld ist. So oder so ergibt sich Resilienz meist aus einer dynamischen Balance von Stabilität und Agilität. Wie bei einer Pflanze braucht es stabilisierende Elemente, damit sie nicht vom kleinsten Windstoß zu Boden gedrückt wird. Sie braucht aber auch Nachgiebigkeit und Flexibilität, damit derselbe Windstoß den Halm oder Stamm nicht knickt oder gar bricht. Dieses Bild kann helfen, in unterschiedlichen Situationen einen angemessenen Weg zu finden. Bei vielen Themen und Werten schaffen Polaritäten ein konstruktives Spannungsfeld: Stabilität und Flexibilität, Tradition und Innovation, Bewahrung und Veränderung oder Arbeit und Muße, um nur einige zu benennen.

 

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Das Spannungsfeld zwischen Stabilität und Flexibilität ist sicherlich auch ein Thema für die INNO Kirche. Wir brauchen einen stabilen Rahmen, der uns unterstützt und ein Stück Verlässlichkeit gibt. Da ist zum einen die Lehre der Kirche, die Halt gibt zusammen mit den Faktoren vor Ort wie der Spendung der Sakramente, der Sorge um andere Menschen, der Gemeinschaft der Christen etc. Dies bietet aber „nur“ einen Rahmen, der ausgefüllt werden kann und muss. Die Umsetzung erfolgt vor Ort mit Ideen und Menschen vor Ort. Da bedarf es dann einer Flexibilität, da die Bedingungen vor Ort jeweils anders sind. Wie nehme ich die Bedingungen vor Ort wahr? Was brauchen die Menschen an diesem unseren Ort? Wie kann ich auf diese Fragen adäquat reagieren? Das sind die Fragen, welche die INNO Kirche bewegen. Helfen Sie gern mit, diese Fragen gemeinsam zu beantworten.

 

Gisbert Punsmann, PR

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17.11.2022 - VUCA als Landkarte

In unübersichtlichen Situationen beginnen wir nach Modellen oder „Landkarten“ Ausschau zu halten, um mit der plötzlichen Komplexität und Unberechenbarkeit umgehen zu können. Wie gut tun dann wohldurchdachte, aber einfache Werkzeuge, die Orientierung schaffen können. Dabei war uns klar, dass Vereinfachungen per se nie allen beteiligten Faktoren gerecht werden können. Solche Landkarten stellen immer auch Vereinfachungen dar, sie sind nun einmal nicht die Landschaft selbst. Aber sie können helfen, eine Landschaft wahrzunehmen, sich zu orientieren und sich dann darin zu bewegen. Eine solche hilfreiche Landkarte ist zum Beispiel das soziologische Modell der VUCA Welt. VUCA ist ein Akronym. Das V steht für „volatile“, auf Deutsch „flüchtig“, das U für „uncertain“ also „unsicher“, das C für „complex“ also „komplex“ und das A für „ambiguous“, also „mehrdeutig“.

Berater:innen, die seit Jahren mit dem Begriff der VUCA Welt arbeiten, haben dieses Akronym auch zu nutzen begonnen, um auf Möglichkeiten des konstruktiven Umganges mit ihr hinzuweisen. Dann steht das V für „Vision“, das U für „Understanding“, also „Verständnis“, das C für „Clarity“, also „Klarheit“ und das A für „Adaptability“ bzw. „Agility“, also „Anpassungsfähigkeit“ bzw. „Agilität“.

Wir haben oft erleben können, wie dieses relativ einfache Modell vielen Menschen und vor allem Führungskräften half, innerhalb völlig neuer Rahmenbedingungen vom passiven Erleiden ins aktive Gestalten zu kommen.

 

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Mir ist das „V“ für Vision sehr wichtig geworden. Ich denke, dass jede Gemeinde eine Vision benötigt. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man einfach immer so weitermacht wie bisher, dann aber vieles wegen der fortschreitenden Zeit nicht mehr in dieselbe passt. Dann wenden sich Menschen ab, weil ihre Bedürfnisse nicht „mehr“ gestillt werden. Eine Gemeinde muss einen „Plan“ haben und diesen immer wieder an den Kontext und eine sich wandelnde Welt anpassen, ohne sich dabei und den eigenen Auftrag zu verlieren. Dann besteht die Möglichkeit, dass sie die Welt um sich herum weiterhin prägen kann. Unser Auftrag lautet schließlich „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ zu sein (Mt.5,13-14).

 

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10.11.2022 - Mehr Geld – mehr Innovation?

Seit ich in meiner Heimatdiözese hauptamtlich tätig war, also seit Ende der 80er Jahre, hieß es sparen, sparen, sparen. Da ich früh auch finanzielle Verantwortung über von mir geleitete Bereiche und Dienststellen wahrnehmen musste, merkte ich diesen Imperativ an ständig sinkenden Budgets. Als ich mir dann in meiner letzten diözesanen Tätigkeit als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit alle Finanzzahlen genauer anschauen musste, stellte ich überrascht fest, dass sich die jährlichen Einnahmen immer erhöht hatten, oft sogar über der Inflationsrate. Ohne in Details kirchlicher Vermögensverhältnisse eingehen zu wollen (oder zu können, weil dieses Thema hochkomplex ist), vermute ich, dass die These sinkender Einnahmen in vielen katholischen Diözesen lange Zeit eine Mär war. Sie hatte aber massive Auswirkungen, wie jede lokale Gemeinde oder kategoriale Einrichtung schmerzhaft feststellen musste. Natürlich gibt es Kostentreiber, die eine problematische Dynamik entwickeln können, wie z.B. im Personal- und Baubereich, auf die man im Sinne eines verantwortungsvollen Wirtschaftens reagieren muss. Die Frage ist: Was führt eher zu Innovationen? Zu wenig Geld oder zu viel? Zu wenig Transparenz oder zu viel? Zu wenig Eigenverantwortung oder zu viel?

Aus meiner Sicht könnte eine faktenbasierte kirchliche Finanzpolitik folgende Verbesserungen bringen: Mehr finanzielle Transparenz für alle Beteiligten, mehr Verständnis für tatsächlich notwendigen Kürzungen, mehr Gerechtigkeit in der Verteilung der Mittel, mehr subsidiäre Eigenverantwortung und mehr Motivation, innovative Ideen einzubringen und umzusetzen. Da gibt es viel Luft nach oben.

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Wenn man mit ausländischen Katholiken über die Situation der Kirche in Deutschland spricht, gerade auch die finanzielle Situation, dann sind diese Menschen häufig sehr erstaunt darüber, wie viel Geld die Kirchensteuer jedes Jahr für die beiden großen Kirchen ausmacht. Das wirkt für sie ein wenig wie im Schlaraffenland. Dass auf der anderen Seite von diesem Geld sehr viele Menschen bezahlt und verschiedenste pastorale Aufgaben wahrgenommen werden müssen, gerät schnell in den Hintergrund. Wenn wir in vielen deutschen Bistümern von Kürzungen hören, dann denken wir häufig zunächst an Kirchen, Pfarrzentren oder Kitas, die geschlossen werden könnten. Aber sind diese die wesentlichen Elemente unseres Glaubens? Geht es nicht vielmehr um eine ganz persönliche Beziehung zu Jesus Christus, wozu ich gar kein Gebäude brauche? Wenn ich das realisiere und mein Christentum entschieden lebe, dann spielen Gebäude nicht mehr die entscheidende Rolle. Dann werde ich meinen Ort für Gottesdienste oder ähnliches finden. Denken wir für einen Moment an Diaspora-Christen, die 50 Km für einen Gottesdienst fahren. Möglicherweise „jammern“ wir auf hohem Niveau und vergessen dabei das Wesentliche, nämlich Jesus Christus.

Gisbert Punsmann, PR

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3.11.2022 - Auf andere warten?

Warum hat der auferstandene Jesus mit derselben „Mannschaft“ weitergemacht? Aus menschlicher Sicht erscheint das schleierhaft. Denn bei allen Evangelisten kommen die Zwölf nicht wirklich gut weg, wenn man vom bartlosen Jüngling Johannes absieht, der als einziger gemeinsam mit den Frauen zum Gekreuzigten steht. Dieser ist es dann auch, der den Wettlauf zwischen Gesetz und Liebe, symbolisiert durch Petrus und Johannes, gewinnt und als erster „sah und glaubte“ (Johannes 20,8).

Die Apostel verstanden oft seine Gleichnisse oder Weisheitssprüche nicht oder interpretierten sie falsch. Sie meinten, bestimmte Typen wie den blinden Bartimäus von Jesus fernhalten zu sollen, hatten ein verstocktes Herz und stritten um Privilegien und Macht. Bei der ersten Leidensankündigung eskalierte die Situation, sodass Jesus den widerborstigen Simon Petrus vor allen scharf zurechtweisen musste. Am Ende seines Lebensweges musste der zunehmend vereinsamende Mann aus Nazareth erleben, dass die großmäuligen Jünger zwar versprechen, ihm bis in den Tod zu folgen, dann aber in seiner dunkelsten Verlassenheit im Garten von Getsemani unsolidarisch schlafen und bei der ersten brenzligen Situation das Hasenpanier ergreifen.

Warum hat der auferstandene Jesus also mit derselben „Mannschaft“ weitergemacht?

War es die durch das Versagen genährte Sehnsucht nach dem Besseren? Oder können wir darin auch einen Hinweis erkennen, dass wir mit den Menschen, die aktuell da sind, den Weg der Innovation und der Verbesserungen beginnen sollen? Dass der Wunsch nach anderen, besseren Mitarbeiter:innen im Grunde abwertend, geringschätzend und überheblich ist?

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Manches Mal kann man in einer Gemeinde oder von Menschen im Umfeld einer Gemeinde hören: „Wenn wir einen anderen Papst oder Erzbischof oder Pfarrer oder Pastoralreferenten oder … hätten, dann würde uns der Glaube erheblich leichter fallen, dann würden wir mit Freude in den Sonntags-Gottesdienst gehen usw. Glauben Menschen, die so etwas behaupten, ihren eigenen Worten oder suchen sie nicht vielmehr eine einfache Ausrede, die gerade in der heutigen Zeit viele Claqueure im eigenen Umfeld finden würde? Es geht nicht primär um die Mannschaft, sondern um die Botschaft. Diese ist der Mittelpunkt, nicht das Personal drum herum. Und ganz nebenbei: Andere haben wir nicht. Von außen lässt sich nicht viel erreichen. Man muss im inneren Kreis sein, um etwas bewegen zu können. Dort wird manches entschieden, aber auch „gearbeitet“. Sie sind herzlich jederzeit willkommen.

Gisbert Punsmann, PR

  • INNO Kirche Velbert

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27.10.2022 - Das Gute als Feind des Besseren

Oft verwende ich Beispiele für Unzulänglichkeiten, Unverständnis und Versagen, weil das Gute leicht zum Feind des Besseren wird. So sehr vieles auch in der heutigen Pastoral gelingt, so viel Qualität auch erreicht wird, so großartig das Engagement vieler Menschen auch ist: Im Erfolg, im Gelungenen, im Guten liegt immer auch der Keim der Saturiertheit, der Selbstbezogenheit, ja der Selbstgerechtigkeit. Warum soll man etwas ändern, wenn eh alles gut ist?

Die Versuchung ist groß, eventuelle Unzulänglichkeiten und Missstände mit positiven Aspekten aufzurechnen. „Ja sicher, die Zahl der Gottesdienstfeiernden ist zurückgegangen, aber in unserer Gemeinde gibt es vorbildhafte soziale Aktivitäten“, oder: „Unser Pfarrblatt ist ein bisschen veraltet, weil wir die ehrenamtlichen Redakteure nicht kränken möchten, aber unsere Homepage kann sich wirklich sehen lassen!“, oder: „Unser Chef schafft es einfach nicht, heikle Punkte ehrlich und konstruktiv anzusprechen, aber dafür ist er doch ein so tiefer, geistlicher Mensch!“

Defizite und Fehler nüchtern und ehrlich wahrnehmen, einander dennoch lieben und so die Sehnsucht nach dem Besseren nähren. Wäre das nicht ein guter Weg?

Dr. Georg Plank, Pastoralinnovation
Webseite: www.pastoralinnovation.org


Wenn man die Pastoral einer Gemeinde „verbessern“ will, dann gibt es im Wesentlichen zwei Ansätze: Man kann die bereits vorhandenen positiven pastoralen Felder versuchen noch auszubauen oder man kann die „pastoralen Leerfelder“ versuchen zu füllen. INNO Kirche hält beides für wichtig. Eigentlich sollte es gar keine Leerfelder geben, zum anderen zeigen Felder, in denen es gut läuft, wo man engagierte Menschen bei der Arbeit hat, wie es geht. Wenn Sie uns in beiden Bereichen helfen wollen, besser zu werden, so sind Sie in der INNO Kirche herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Sie.

Gisbert Punsmann, PR

  • INNO Kirche Velbert

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